Legitimation und Ziele des Rechts der Gesellschaftdarlehen

Moritz Wollring, HRN 2015, 56-67

Die Legitimation und die Methodik der Sonderbehandlung von Gesellschafterdarlehen in der Krise der Gesellschaft sind die Kernfragen des Fremdfinanzierungsrechts. Das MoMiG hat diesen Fragen eine neue Dimension verliehen. Obschon seit Inkrafttreten des MoMiG mittlerweile sechs Jahre vergangen sind, sind diese Fragen noch immer nicht abschließend geklärt. Um sie zu beantworten nähert sich ihr der Autor in diesem Beitrag mit einem kombinatorischen Ansatz: Mittels einer Mischung aus zivilrechtlichen, verfassungsrechtlichen und rechtsökonomischen Betrachtungsweisen wird nicht nur der Frage nach der Rechtmäßigkeit des Regelungskomplexes des Rechts der Gesellschafterdarlehen nachgegangen, sondern auch dessen Zielsetzung und Wirkungsweise grundlegend hinterfragt und weiterentwickelt. Das Ergebnis ist ein Vorschlag für ein Regelungssystem, das Gläubiger vor den Risiken von Gesellschafterfremdfinanzierungen mit Hilfe eines anreiztechnischen und präventiven Mechanismus schützt, anstelle sich – wie gegenwärtig – auf repressive Sanktion im Insolvenzfall zu beschränken.